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Männerriege Velotour

Velotour 2021 vom 14. - 22 Juni Berner Oberland - Genfersee - Jurahöhen - Seetal

Schönwetterperiode - verspricht die Meteo, so starten 11 Männerriegler darauf hoffend der Reuss entlang nach Luzern und über steile Nebenwege ab Sachseln auf Brünig-Hasliberg und hinunter nach Meiringen, unserm ersten Ziel. Dem Brienzersee entlang tönt flach, doch der Weg über die Giessbachfälle geht in die Wädli. Die Route durch Interlaken und Umfahrung über das rechte Thunersee-Gestade führt uns zum Seehotel «Marina» in Spiez. Unser Besenwagen will nicht starten, die Batterie im Eimer, unsere noch nicht. Wir überlassen dieses Problem dem Chauffeur und steigen langsam Richtung Wattenwil hoch und treffen ihn in Zollhaus wieder, verpflegt steigen wir gegen den Schwarzsee hoch. Von unserem Navigator lass ich mir die Höhenkurve bis Charmey zeigen und der Beschluss mit zwei 75plus-Kollegen im Besenwagen Platz zu nehmen erweist sich als richtig. Das Gelände war so steil, dass teilweise das Bike sogar bergab geführt wurde. Im wunderschönen Hotel «Étoile» ist pure Erholung angesagt.

Am Morgen switchen wir erst unser Hirn auf Französisch. Wir besuchen das Städtchen Gruyère, mit wenig Touristen vormittags, und geniessen die Abfahrt an den Lac Léman, inklusiv vorher   einige kurzwellige steile Winzerpfade zu bewältigen. In Lutry ist die Hälfte der Tagesleistung erfüllt, doch auf den weiteren 60 km quält uns besonders in der Stadt Lausanne die Hitze. Im «Hotel de la Plage» in Gland will uns ein Riesengewitter das Nachtessen verderben, doch bleiben wir standhaft im Gartenrestaurant sitzen.

5. Tag, die Jurakämme winken, 1000 hm bis auf die Höhe des Marchairuz, dann nach Le Brassus und an den Lac de Joux, wo wir in L’Abbaye Quartier nehmen. Die Koffer und wir sind im Trockenen, die Velos werden vom Regen gespült, während wir unser verdientes Bier geniessen. Wir starten heute auf 1010 hm und das Ziel liegt auf 955 hm. «Easy – auwäh ! Ufe und abe und zletscht sinds wieder 1100 hm gsi, typisch Jura.» Auf einer Alp auf 1392 m gelüstet es mich nach frischer Milch, nichts gewesen–keine Kühe–nur Aufzucht. Wir befinden uns nahe der französischen Grenze, passieren Les Verrières, Hauptübertrittspunkt der Bourbaki-Armee 1871, in La Brévine ist es z.Zt. sogar warm. Das Hotel «Les Trois Rois» in Le Locle empfängt uns königlich und parkiert unsere Bikes in der Bar. Der Hotelier hat unser Abendessen im Garten des Casino organisiert.

Am Sonntag sollte man ruhen, nichts da, Zusatzschleife an den «Saut de Doubs», mit 27 m Fallhöhe und wenig Wasser kein Getöse. Von La Chaux de Fonds geht es leicht ansteigend Richtung Mont Soleil auf 1275 m und dann 800 m zügig hinunter nach Delémont. Wir sind zu früh, Hotel geschlossen, doch dann erhalten wir Zutritt ins Seminarhotel «St François» wo wir die einzigen Gäste sind und zugleich vertrauensvoll den Schlüssel zum Getränkeschrank erhalten, scheinbar sehen wir durstig aus. Küchen- und Bedienungspersonal, extra sonntags für uns aufgeboten, verwöhnen uns.

Montag, ein Leckerbissen steht uns bevor, der Scheltenpass fast ohne «Töffs». Kühle und reine Luft vom nächtlichen Regen erleichtern uns den steilen Aufstieg. Die tolle Abfahrt nach Holderbank ergänzen wir mit einem erneuten Aufstieg nach Bärenwil BL. Nach dem Picknick kneippen einige im Brunnen, und dann erhöhen wir den Umsatz des anliegenden Beizli, heute verwöhnen wir uns mit Café und Glacé. Mit vollem Magen Schussfahrt bis Wangen an der Aare, dann dieser entlang via Aarau nach Rombach, unsere letzte Übernachtung im «Hotel Ascott», einer sozialen Institution.

Um 6.50 h weckt uns ein Presslufthammer aus einem Umbau, Wecker stellen wäre also nicht nötig gewesen. Ich freue mich am Morgen schon auf mein Bett zuhause, doch vorerst rollt es Richtung Hallwilersee. Ein gemeldetes Gewitter verbringen wir «im Schärme» auf dem Campingplatz Seeblick in Mosen. Wir brauchen zum Ausklang noch eine steile Abfahrt, so fahren wir über Giebelflüh nach Rotkreuz, das wir wie alle Ziele zuvor trocken erreichen. So eine reibungslose Tour haben wir noch nie erlebt, doch sieht es leider zu Hause vom Gewitter vom gestrigen Montag verheerend aus.