MTB-Tour in Frankreich
Schon zum 4. Mal ist Aubenas in der Ardèche Ausgangspunkt der Tour, doch diesmal geht es gen Norden über die Wasserscheide Mittelmeer/Atlantik an die Loire. Durch die voralpine Landschaft steigen wir auf 1250 hm, um dann ins Tal der Loire hinunterzugelangen. Wir befahren in Velowege umfunktionierte Bahn-Trassees und Tunnels. In Le Puy-en-Velay, ein Ausgangspunkt des Jakobswegs, Besuch der Statue «Notre Dame de France» von weitem sichtbar und innen ersteigbar. Dienstag, wir folgen der Loire, in Aurec dienten die Brückenpfeiler einer zerstörten Brücke zur Schaffung eines Velo-/Fussgänger-Steges, dann der brutalste Aufstieg, um nach Bonson zu gelangen. Hier wird getrennt übernachtet, wie - die zwei Wirte machen das unter sich aus. Nach Feurs, es riecht nach Caramel-Zältli-Fabrikation, geht es durch die Gorges de la Loire nach Parigny in ein museumähnliches Hotel in eher englischem Stil, Zugabe zum Dessert: Kilbi-Orgel-Musik. Donnerstag, Regentag, in Roanne zweigt der Kanal nach Digoin ab, der zur Saône führt, nach 20 km verlassen wir das Ufer ostwärts, um über Feld und Wald Cluny mit der bekannten Benediktiner-Abtei zu erreichen. Morgens erst Besichtigungsrunde, nach Tournus schöner Radweg an der Saône, aber langweilig, also ans andere Ufer, doch die Brücke ist wegen Neuasphaltierung gesperrt, mit viel Überredungskunst Durchfahrt gestattet nach St.Germain. Das Hôtel Bressanet stammt aus dem 18.Jh. wie auch die Wandgemälde, Küche top. Ein herrlicher Samstag, durch Umleitungen summieren sich die km infolge eines Auto-Rallyes. Abwechslungsreiche Landschaft bis nach Arc-et-Senans. Die berühmte königliche Saline Frankreichs, ein Monument mit angegliedertem geschichtsträchtigem Hotel, bietet uns in Velomontur Unterschlupf. Sonntag - gut zu wissen - in Frankreich Muttertag, Sorge wo Mittagessen! Es geht im Jura der Schweiz zu, in Vuillafans an der Loue, wie erwartet ein volles Restaurant. Wir müssen verpflegen – Hungerast. Das Gartenrestaurant ist leer, wir versorgen uns beim kulanten Wirt mit Getränken und geben unsere Menu-Wünsche schriftlich ab. Essen bereit – Gäste weg – wir kehren ins Lokal zurück. Gestärkt steigen wir 500 hm nach Pontarlier. Hier steht unser Hôtel im Industriegebiet, die Empfangsdame versorgt uns trotz geschlossenem Restaurant mit dem ersehnten Bier und rät uns im „Buffalo Grill“ zu essen, ein Highlight bezüglich Verpflegung, Service und günstigem Preis. Dann trotzen wir zum Wochen- Anfang wieder dem Regen, bei km 75 auf fast 1000 m glotzen uns in Spalier 11 Kühe an, 11 wie wir. Unser Navigator kann es nicht verkneifen wieder Hügeli an Hügeli zu reihen, anstatt friedlich im Tal dem Doubs zu folgen, so wäre ab dem Grenzübertritt in Goumois für die 500 hm nach Saignelégier mehr Kraftreserve zur Verfügung. Ungern verlassen wir das gastliche „Bellevue“ auf 978 m und geniessen noch mal 30 km der Jurahöhen, um dann kurz nach St. Ursanne hinunterzusausen. In der „PASTAVERNE“, sauteuer aber die Wortkombination gefällt, möglicherweise daher, geniessen wir wieder einmal Teigwaren – die in Frankreich rar waren. Gesättigt besteigen wir den Begleitbus und lassen uns sicher nach Rotkreuz fahren.
André Müller